vom 03.06.2009
Damit die Wissenschaftsstadt Darmstadt zukünftig einen wichtigen und langfristigen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, gründete die HEAG Holding AG gemeinsam mit den Stadträten Klaus Feuchtinger und Dieter Wenzel im Herbst 2008 die Arbeitsgruppe Photovoltaik. Jetzt sollen bereits die ersten Bürgersolaranlagen auf Darmstadts Dächern installiert werden. "Mit Solaranlagen übernimmt die Wissenschaftsstadt Darmstadt Verantwortung für die Umwelt und unterstreicht das städtische Ziel des Ausbaus der Bürgerpartizipation", erklärt Umweltdezernent Feuchtinger.
Zu Beginn der sonnenstarken Monate wird mit dem Bau von Solaranlagen begonnen. Die Stadt kooperiert mit der Firma SolarArt, die bereits in anderen Kommunen ähnliche Projekte umsetzte und nun auf mindestens fünf Darmstädter Schulen Solaranlagen errichtet. Baudezernent Wenzel freut sich, dass sich dadurch "nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch Darmstadt als Wissenschafts- und Bildungsstandort davon profitiert." Die produzierte Strommenge und das eingesparte Kohlendioxid werden an jeder Schule automatisch auf Anzeigetafeln dargestellt. Somit stehen die Daten nicht nur für jeden Interessierten zur Verfügung, sondern können direkt mit in die schulische Lehre einbezogen werden.
Im Juli wird die Anlage auf dem Dach der Christoph-Graupner-Schule in Betrieb genommen. In Summe werden mit den fünf genannten Anlagen jährlich rund 237.500 kWh Strom produziert, was dem durchnittlichen Stromverbrauch von ca. 60 Vier-Personen-Haushalten in einem Jahr entspricht. Damit können jährlich ca. 180 Tonnen CO2 eingespart werden. Dr. Klaus-Michael Ahrend, Vorstandmitglied der HEAG Holding AG verdeutlicht die Vorteile des Projekts: "Nun können alle, auch die, die über kein eigenes oder geeignetes Dach verfügen, eine Solaranlage in Darmstadt unterstützen. Das ist die perfekte Symbiose aus attraktiver Geldanlage und Umweltschutz."
Bürgerinnen und Bürger aus Darmstadt und Umgebung haben ab sofort die Möglichkeit, in die Solaranlagen zu investieren. Durch die Investition in regenerative Energien kann jeder bereits ab 500 Euro einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten. Je nach Anlagesumme bietet die Firma SolarArt unterschiedliche Modelle für die Beteiligung an. Die jährliche Verzinsung liegt je nach Modell zwischen 4 % und 8 %.
Dass die Dächer der Schulen genutzt werden können, ist ein Ergebnis der engen Zusammenarbeit der Arbeitsgruppe Photovoltaik mit dem Eigenbetrieb IDA. Dieser prüft derzeit mit großem Engagement, welche weiteren städtischen Dächer für die regenerative Stromerzeugung geeignet sind. Die Leiterin des Eigenbetriebs IDA, Marit Werner unterstreicht: "Wir suchen intensiv nach weiteren Dachflächen, damit sich die Anzahl der Solaranlagen erhöht". Mittelfristig sollen möglichst alle geeigneten Dächer in das Projekt einbezogen und mit Solaranlagen ausgestattet werden. Kriterien für die Auswahl sind sowohl die Richtung des Daches (möglichst Richtung Süden), der Zustand des Daches (keine Sanierungsfälle) sowie die Verschattungen (z.B. durch Bäume).
Die AG PV geht davon aus, dass durch diese Suche weitere Objekte mit ca. 250 KWp Leistung noch in 2009 mit PV-Anlagen ausgestattet werden können und auch in 2010 und 2011 das Projekt weitergeführt werden kann.
Für interessierte Privathaushalte und Unternehmen bietet die Firma SolarArt auch die Möglichkeit, eigene Dächer zu verpachten. Dies ist ab einer Dachfläche von ca. 250m2 möglich.
Weitere Informationen gibt es als Broschüre zusammengestellt, im KundenCenter der Sparkasse Darmstadt am Luisenplatz, in der Zentrale der Volksbank Darmstadt in der Hügelstraße sowie im Kundenzentrum der HEAG mobilo GmbH am Luisenplatz.
Ausgewählte Liegenschaften für die erste Tranche:
Gesamtleistung in 2009 rd. 500 KWp
CO2 Einsparung im Jahr ca. 360t
Stromgewinnung im Jahr ca. 480.000 KWh (Einspeisung in das öffentliche Netz)
Modell 1: Bürgersolargenossenschaft e.G.
Hier handelt es sich um eine Genossenschaft, die mit den Genossenschaftsanteilen PV-Anlagen erwirbt und den erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeist. Die Vergütungen aus dem Stromverkauf werden an die "Genossen" gem. der Beschlüsse der Hauptversammlung ausgeschüttet, wobei es das Ziel der Genossenschaft ist, einen Teil der Rückflüsse zu reinvestieren. Die Ausschüttungen werden voraussichtlich bei ca. 5% des eingesetzten Kapitals p.a. liegen.
Modell 2: unabhängige Teilanlagen
Für größere PV-Anlagen auf einem Dach, z.B. mit 100 KWp, erfolgt eine Unterteilung in mehrere, unabhängige Teilanlagen. Jede Teilanlage hat z.B. 10 KWp, einen eigenen Wechselrichter, einen eigenen Stromzähler und der Investor/der Eigentümer hat mit dem Netzbetreiber einen eigenen Einspeisevertrag. D. h. der Investor wird Eigentümer der Anlage, die sich auf dem städtischen Dach befindet. Daher fallen auch keinerlei Verwaltungsgebühren an und der Investor trägt kein Risiko wie z.B. bei einem Fonds. Bei diesem Konzept beträgt die Verzinsung des eingesetzten Kapitals ca. 7-8%, was einer Rendite von ca. 13% entspricht.
Zeichnung ist ab sofort möglich.
Photo: iStockPhoto

 
Die Inititiative ist ein Zusammenschluss von der Wissenschaftsstadt Darmstadt, der HEAG Holding AG, der ...
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